Marc und Spirit gemeinsam in der Reithalle

Spirit & Headshaking

Wenn Dein Pferd Dir zeigt, dass etwas nicht stimmt – und Du die Antwort nicht findest

Die Geschichte meines Seelenpferdes. Von schmerzhafter Hilflosigkeit, einer jahrelangen, zermürbenden Suche und dem eisernen Willen, nicht aufzugeben und immer genauer hinzusehen.

Es gibt Dinge, über die ich heute relativ ruhig sprechen kann.

Headshaking gehört nicht dazu.

Denn wenn ich an die schlimmste Zeit mit Spirit zurückdenke, erinnere ich mich nicht zuerst an zahllose Diagnosen, unzählige verschiedene Futtermittel oder immer neue Trainingsmethoden.

Ich erinnere mich an dieses schmerzhafte, lähmende Gefühl, meinem eigenen Pferd zuzusehen und nicht zu wissen, wie ich ihm helfen soll.

Spirit ist für mich nicht einfach irgendein Pferd. Sie ist mein Seelenpferd.

Ein sensibles, starkes, unglaublich charakterfestes Pferd. Eines, das sehr deutlich zeigt, wenn etwas für sie nicht stimmt.

Und irgendwann begann sie zu shaken.

Nicht ein bisschen Kopfschlagen aus Unwillen. Nicht irgendeine Marotte.

Dieses heftige, scheinbar unkontrollierbare Schlagen mit dem Kopf. Das Reiben der Nase. Die Reaktionen auf Licht und äußere Reize. Diese Momente, in denen man merkt:

Mein Pferd versucht mir gerade etwas zu sagen.

Und ich verstehe es nicht.

Das war vermutlich das Schlimmste daran.

Ich konnte ihr nicht erklären, dass ich nach einer Lösung suche.

Ich konnte ihr nicht sagen:

„Halte noch ein bisschen durch.“

Ich konnte nur beobachten, ausprobieren, verwerfen, recherchieren und hoffen.

Und immer wieder zweifeln.

Spirit sucht hilfesuchend die Nähe von Marc
Wenn Dein Pferd Hilfe sucht – und Du die Antwort noch nicht kennst.

Auch ein gestandener Cowboy kann daran zerbrechen

Die Nächte, in denen nur die Fragen blieben

Ich bin kein Mensch, der schnell die Fassung verliert.

Aber in dieser Zeit habe ich nächtelang geheult.

Nicht, weil ich schwach war.

Sondern weil ich mein Pferd liebe und nicht wusste, wie ich ihm helfen kann.

Tagsüber habe ich recherchiert, ausprobiert, beobachtet, trainiert und versucht, vernünftige Entscheidungen zu treffen.

Nachts kamen die Gedanken.

Was, wenn wir die Ursache nie finden?

Was, wenn Spirit Schmerzen hat?

Was, wenn ich etwas übersehe?

Was, wenn ich ihr mit irgendetwas sogar schade?

Und irgendwann kommt eine Frage, die man eigentlich gar nicht denken möchte:

Was, wenn ich irgendwann eine Entscheidung treffen muss, die ich niemals treffen möchte?

Auch ein gestandener Cowboy kann an so etwas verzweifeln.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich heute so offen darüber spreche.

Weil hinter jedem Headshaking-Pferd nicht nur ein Symptom steht.

Da steht meistens auch ein Mensch daneben.

Ein Mensch, der sein Pferd liebt, verzweifelt nach Antworten sucht und sich nichts sehnlicher wünscht, als sein Pferd einfach wieder ruhig und zufrieden zu sehen.

Die Frage, die einen irgendwann auffrisst

Headshaking ist nicht einfach Headshaking.

Wer ein Pferd mit Headshaking erlebt hat, kennt wahrscheinlich diese Gedanken:

Hat es Schmerzen?Ist es die Sonne?Sind es Pollen?Ist es der Trigeminusnerv?Liegt es am Futter?An der Haltung?Am Stoffwechsel?An Verspannungen?Am Training?Oder übersehe ich etwas vollkommen anderes?

Und irgendwann stellt man sich noch eine andere unangenehme Frage:

Tue ich meinem Pferd überhaupt noch einen Gefallen, wenn ich es reite?

Diese Frage hat mich begleitet.

Denn Spirit wollte sich bewegen. Sie wollte arbeiten.

Gleichzeitig gab es Situationen, in denen die Symptome so deutlich waren, dass ich mich gefragt habe, wie viel ich ihr eigentlich zumuten darf.

Ich habe in dieser Zeit unglaublich viel gelesen. Über Headshaking. Über mögliche neurologische Zusammenhänge. Über den Trigeminusnerv. Über Lichtreize. Über Fütterung. Über Entzündungsprozesse. Über Haltung. Über Stoffwechsel. Über Bewegung.

Und je mehr ich gelesen habe, desto deutlicher wurde mir:

Headshaking ist nicht einfach Headshaking.

Es gibt nicht die eine Ursache.

Und deshalb gibt es meiner Erfahrung nach auch nicht die eine Lösung.

Unser Weg war kein gerader Weg

Viele kleine Schritte – und einige echte Wendepunkte

Wir haben vieles ausprobiert.

Manches brachte überhaupt nichts. Manches brachte kleine Verbesserungen. Und einige Dinge waren für uns rückblickend echte Wendepunkte.

Einer davon war zunächst ein spezieller Shaking-Saft.

Bei Spirit wurde die Situation damit deutlich besser. Aber damit war das Thema nicht erledigt.

Parallel begann ich, viel grundsätzlicher hinzuschauen.

Spirit nahm Gewicht ab.

Wir veränderten ihre Fütterung.

Ich begann, noch genauer darauf zu achten, wie ihr Körper arbeitet und wie sie sich bewegt.

Und wir gymnastizierten konsequent.

Vor allem Seitengänge wurden ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

Nicht, weil Seitengänge ein Mittel gegen Headshaking wären. Das wäre viel zu einfach gedacht.

Sondern weil ich beobachten konnte, wie sehr sich mit besserer Beweglichkeit, Körperkontrolle und Losgelassenheit auch Spirit insgesamt veränderte.

Nach und nach verschwanden die schweren Episoden.

Seit 2024 hatten wir keine dieser wirklich gravierenden Phasen mehr.

Aber gelegentlich war das Thema noch da. Leicht. Fast wie eine Erinnerung daran, dass wir vielleicht noch nicht ganz am Ziel angekommen waren.

Authentischer Vorher-Nachher-Vergleich von Spirits Gewichtsreduktion
Gewichtsreduktion, Fütterung und konsequente Gymnastizierung wurden wichtige Teile unseres gemeinsamen Weges.

Dann kam noch ein weiterer Gedanke dazu

Vielleicht das letzte fehlende Puzzleteil

Irgendwann beschäftigte ich mich intensiver mit Omega-3-Fettsäuren.

Nicht mit dem Gedanken:

„Das heilt Headshaking.“

Eine solche Aussage wäre unseriös.

Mich interessierten vielmehr mögliche Zusammenhänge zwischen Fettsäuren, Zellmembranen, Entzündungsprozessen und dem Nervensystem.

Also begann Spirit zusätzlich ein veganes Omega-3-Öl zu bekommen.

Und dann passierte etwas, womit ich selbst nicht gerechnet hatte.

Das letzte leichte Shaking verschwand. Komplett.

Heute steht Spirit teilweise ohne Maske in direkter, kräftiger Sonne.

Und sie shakt nicht.

0,0.

Der Shaking-Saft, der uns eine Zeit lang sehr geholfen hatte, ist inzwischen vollständig abgesetzt.

Spirit bekommt heute im Wesentlichen Heu, eine kleine Menge Müsli, Mineralfutter, ein hochwertiges Darmfutter und ein sorgfältig ausgewähltes veganes Omega-3-Öl.

Damit geht es ihr aktuell so gut wie seit Jahren nicht mehr.

Dabei lohnt es sich, sehr genau hinzusehen: Nicht jedes als Omega-3-Produkt angebotene Öl liefert dieselben Fettsäuren in vergleichbarer Menge. Entscheidend sind unter anderem die Omega-3-Quelle, der tatsächliche Gehalt an EPA und DHA, die Dosierung und die Zusammensetzung des Trägeröls. Bei manchen Produkten bringt dieses zusätzlich einen hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren mit.

Welche Produkte und Mengen sinnvoll sein können, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Es kommt auf das Pferd, seine Fütterung und die individuelle Ausgangssituation an.

10-Minuten-Gespräch anfragen

Und trotzdem werde ich niemals sagen:

„Omega-3 heilt Headshaking.“

Das weiß ich nicht.

Vielleicht war es bei Spirit das letzte fehlende Puzzleteil.

Vielleicht war es das Zusammenspiel aus Gewichtsreduktion, Fütterung, Darm, Bewegung, Gymnastizierung, Haltung und Omega-3.

Vielleicht verstehen wir einige Zusammenhänge heute noch überhaupt nicht vollständig.

Was ich aber sagen kann:

Ich habe mein Pferd über Jahre sehr genau beobachtet.

Und ich habe gelernt, nicht nur auf ein einzelnes Symptom zu schauen.

Was ich anderen Pferdehaltern heute mitgeben würde

Schau Dir das ganze Pferd an.

Wenn Dein Pferd Headshaking zeigt, suche nicht sofort nach dem einen Wundermittel.

Die HaltungDie FütterungDen KörperzustandDie VerdauungDie BewegungDas TrainingMögliche äußere Auslöser

Und natürlich gehört auch eine vernünftige tierärztliche Abklärung dazu, denn hinter Kopfschlagen können sehr unterschiedliche Ursachen stecken.

Dokumentiere, wann Dein Pferd Symptome zeigt.

WetterSonneTemperaturTrainingFütterungVeränderungen im StallStressBewegung

Manchmal erkennt man Zusammenhänge erst Wochen oder Monate später.

Und ändere möglichst nicht zehn Dinge gleichzeitig.

Denn wenn es Deinem Pferd anschließend besser oder schlechter geht, weißt Du sonst nicht mehr, warum.

Vor allem aber:

Beobachte Dein Pferd. Nicht nur das Headshaking. Das ganze Pferd.

Denn Spirit hat mir rückblickend unglaublich viele Hinweise gegeben.

Ich musste erst lernen, sie zu lesen.

Warum ich unsere Geschichte erzähle

Vielleicht kann sie jemand anderem Mut machen.

Nicht, weil ich glaube, die Lösung für jedes Headshaking-Pferd gefunden zu haben.

Und ganz bestimmt nicht, weil ich irgendwelche Heilversprechen machen möchte.

Ich erzähle sie, weil ich weiß, wie verzweifelt man bei diesem Thema werden kann.

Ich weiß, wie es sich anfühlt, nachts noch Studien, Erfahrungsberichte und Foren zu lesen.

Wie man morgens zum Stall fährt und schon beim ersten Blick auf das Pferd wissen möchte:

„Wie ist es heute?“

Wie glücklich einen plötzlich ein Ausritt macht, bei dem das Pferd einfach nur ruhig den Kopf trägt.

Für andere Menschen ist das vielleicht nichts Besonderes.

Für mich war es irgendwann das Größte überhaupt.

Spirit heute in der Sonne stehen zu sehen – ruhig, zufrieden und ohne dieses verzweifelte Schlagen mit dem Kopf – berührt mich deshalb immer noch.

Weil ich weiß, wie weit unser Weg bis hierhin war.

Und vielleicht kann unsere Geschichte jemand anderem Mut machen, weiterzusuchen.

Nicht blind irgendetwas auszuprobieren. Sondern genauer hinzusehen. Fragen zu stellen. Zusammenhänge zu suchen. Und sein Pferd als Ganzes zu betrachten.

Unser Headshaking-Ratgeber

Keine Wunderlösung. Keine Heilversprechen. Keine Abkürzung.

Aus unseren Erfahrungen, meiner Recherche und den vielen Stationen unseres Weges entsteht derzeit ein ausführlicher Ratgeber zum Thema Headshaking.

Darin werde ich deutlich tiefer auf mögliche Ursachen und Auslöser, unsere Beobachtungen, die Entwicklung der Symptome und die Rolle von Haltung, Fütterung, Körperzustand und Bewegung eingehen.

Ebenso geht es um Dinge, die uns geholfen haben, um Dinge, die kaum oder gar keinen Effekt hatten, und um Zusammenhänge, die ich heute besonders spannend finde.

Sondern die Geschichte eines Pferdes und seines Menschen – ergänzt um Wissen, Erfahrungen und Denkanstöße für andere Pferdehalter.

Ein Symptom ist manchmal nicht die Antwort.
Es ist die Aufforderung, genauer hinzusehen.
Und manchmal beginnt genau dort eine Reise, die alles verändert.

Du brauchst Hilfe?

Kontaktiere uns gerne.

Wenn Du mit Deinem Pferd vor ähnlichen Fragen stehst, schreib uns offen, was Euch beschäftigt. Über das Formular kannst Du ein unverbindliches zehnminütiges Gespräch anfragen. Persönliche Erfahrungen ersetzen keine tierärztliche Untersuchung – aber ein ehrliches Gespräch kann helfen, die nächsten Fragen klarer zu sehen.

info@timmerherm-ranch.de0170 2424828

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