Unsere Tiere

Wer bei uns eigentlich das Sagen hat

Benny, Spirit und Valea – drei Persönlichkeiten, die jeden Plan einer sehr praktischen Prüfung unterziehen.

Unsere Ranchfamilie

Die wahren Hauptdarsteller

Wer glaubt, auf einer Ranch seien automatisch die Menschen die Hauptdarsteller, hat unsere Tiere noch nicht kennengelernt. Bei uns ist ziemlich klar verteilt, wer welche Aufgabe hat: Wir Menschen kümmern uns um Organisation, Futter, Ausrüstung und gelegentlich um die völlig naive Vorstellung, wir hätten einen Plan. Unsere Tiere kümmern sich darum, diesen Plan regelmäßig einer praktischen Prüfung zu unterziehen.

Unsere eigene Timmerherm Ranch ist dabei noch Zukunftsmusik. Das Ranchleben selbst allerdings nicht: Wir haben über längere Zeit sehr viel Zeit auf einer Ranch verbracht, Marc war dort zeitweise Geschäftsführer, und unsere Tiere kennen dieses Leben aus nächster Nähe. Heute sind Spirit und Valea auf der Reitanlage zu Hause, auf der wir mit ihnen leben, lernen, trainieren und möglichst viel draußen unterwegs sind. Und Benny? Nun ja. Benny würde vermutlich überall behaupten, das Gelände gehöre sowieso ihm.

Benny, Havaneser und Ranchhund, mit MarcBenny, Havaneser und Ranchhund, mit kleinem WesternsattelBenny, Havaneser und Ranchhund, im Porträt

Havaneser · aus dem Tierschutz

Benny

Vermutlich der größte Ranchhund der Welt – nur im falschen Körper.

Da wäre zunächst Benny. Ein Havaneser aus dem Tierschutz, der nach Größe, Optik und sämtlichen gängigen Cowboy-Klischees eigentlich ungefähr so gut zu einer Ranch passt wie ein Schaukelpferd zum Rindertrieb. Eigentlich. Denn Benny hat sich für solche Äußerlichkeiten nie interessiert. Er hat unser Herz im Sturm erobert, und aus einem Hund, bei dem anfangs keineswegs feststand, dass er bleiben würde, wurde sehr schnell ein Familienmitglied, das niemand mehr hätte hergeben können.

Auf der Ranch verbrachte Benny viel Zeit mit dem dort lebenden Hunderudel und bewies ziemlich eindrucksvoll, dass Ranchhund keine Frage der Schulterhöhe ist. Er war mittendrin, lief mit, beobachtete, passte auf und bewegte sich zwischen Pferden, Menschen und Hunden, als hätte ihm nie jemand erzählt, dass Havaneser angeblich eher für Sofakissen zuständig sind. Seitdem steht für uns fest: Benny ist vermutlich der größte Ranchhund der Welt. Er steckt nur im falschen Körper.

Spirit, helle Knabstrupper-Stute, auf dem ReitplatzSpirit, helle Knabstrupper-Stute, entspannt im SandSpirit, helle Knabstrupper-Stute, im nahen Porträt

Helle Knabstrupper-Stute

Spirit

Meinungsstabil, sensibel, klug und loyal.

Spirit ist da schon eine andere Größenordnung – körperlich und charakterlich. Unsere helle Knabstrupper-Stute hat eine Vergangenheit, die man ihr heute zum Glück kaum noch ansieht. Sie war früher Zirkuspferd und hatte dort kein schönes Leben. Umso wichtiger ist uns, dass sie heute genau das sein darf, was sie ist: Pferd. Mit Freunden, Bewegung, Natur, eigenen Entscheidungen und einer ziemlich klaren Vorstellung davon, was sie gut findet – und was nicht.

Spirit ist, freundlich formuliert, ausgesprochen meinungsstabil. Sie braucht keinen langen Beschwerdebrief, um ihren Standpunkt mitzuteilen. Meist genügt ein Blick. Oder ein stehen gebliebenes Pferd. Oder die sehr deutliche Botschaft: „Das können wir gern machen – aber warum eigentlich?“ Wer sie kennt, weiß, dass hinter dieser starken Persönlichkeit ein unglaublich sensibles, kluges und loyales Pferd steckt.

Sie ist außerdem ein echtes One-Man-Horse. Beim Reiten ist ihre bevorzugte Personalwahl ziemlich eindeutig: Marc. Andere Erwachsene werden durchaus kritisch auf ihre fachliche Eignung geprüft. Eine große Ausnahme gibt es allerdings – Kinder. Kinder liebt Spirit. Für sie wird aus der meinungsstabilen Dame plötzlich ein geduldiges, vorsichtiges und verlässliches Pferd, das aufpasst und sich erstaunlich viel gefallen lässt. Offenbar gelten für kleine Menschen bei ihr schlicht andere Geschäftsbedingungen.

Valea, fuchsfarbene Appaloosa-Stute, entspannt auf dem ReitplatzValea, fuchsfarbene Appaloosa-Stute, in BewegungValea, fuchsfarbene Appaloosa-Stute, im nahen Porträt

Fuchsfarbene Appaloosa-Stute

Valea

Unsere Königin des Waldes.

Valeas Geschichte beginnt noch schwerer. Die fuchsfarbene Appaloosa-Stute stammt von einem Gestüt aus Frankreich und verbrachte die ersten neun Jahre ihres Lebens in Ständerhaltung. Eine Weide, freies Laufen, Natur und die Möglichkeit, sich einfach wie ein Pferd zu bewegen, gehörten nicht zu ihrem Alltag. Vieles, was für andere Pferde selbstverständlich ist, musste Valea später überhaupt erst kennenlernen.

Und dann passierte etwas ziemlich Wunderbares: Aus dem Pferd, das Natur kaum kannte, wurde unsere Königin des Waldes. Valea liebt Wege, Gelände, Hügel, Klettern, Trail-Hindernisse und alles, was nach Abenteuer aussieht. Sie liebt es, draußen zu sein, sich frei zu bewegen und gemeinsam mit ihrer Freundin Spirit den Tag zu verbringen. Wo andere Pferde vielleicht fragen würden, ob ein Weg wirklich sein muss, scheint Valea eher zu denken: „Da hoch? Großartig. Und was machen wir danach?“

Gemeinsam unterwegs

Aufgabe, Abenteuer und am besten nicht zwanzigmal derselbe Kreis.

Besonders schön ist, wie sehr beide Pferde inzwischen ihre gemeinsamen Leidenschaften gefunden haben. Ganz weit oben steht die Rinderarbeit. Rinder treiben, mitdenken, reagieren, als Team arbeiten – da sind Spirit und Valea mit einer Begeisterung dabei, die uns jedes Mal aufs Neue ansteckt. Dazu kommen Wanderritte und lange Ausritte durch die Natur, Western-Trail-Parcours und Working Equitation. Hauptsache, es gibt etwas zu entdecken, eine Aufgabe zu lösen und am besten nicht bloß zwanzigmal denselben Kreis.

Was uns mit unseren Tieren verbindet, ist deshalb viel mehr als Reiten, Training oder Haltung. Wir haben alle miteinander Geschichten, Macken, Erfahrungen und manchmal auch ziemlich schwere Kapitel im Gepäck. Vielleicht funktioniert es gerade deshalb so gut. Benny zeigt uns, dass man kein großer Hund sein muss, um ein großer Ranchhund zu sein. Spirit erinnert uns täglich daran, dass Vertrauen nicht mit Gehorsam verwechselt werden sollte. Und Valea beweist, wie viel Lebensfreude entstehen kann, wenn aus Enge plötzlich Freiheit wird.

Und wir? Wir dürfen das alles miterleben. Mit dreckigen Stiefeln, Hundehaaren an der Kleidung, Pferdehaaren wirklich überall, gelegentlich diskutablen Trainingsplänen und ziemlich vielen Momenten, in denen wir denken: Genau dafür machen wir das.

Spirit, helle Knabstrupper-Stute, in BewegungSpirit und Valea gemeinsam auf dem ReitplatzValea und Spirit gemeinsam auf dem Reitplatz

Post von der Ranch

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