Reiterin pausiert mit einer Hand am Knie neben ihrem Pferd und einer Aufstiegshilfe

◆ Wissen & Impulse

Gelenkschmerzen beim Reiten: Was Dein Körper Deinem Pferd erzählt

Stille Entzündungen, Arthrose und Omega-3: Warum der Blick auf Deine Gesundheit auch beim Reiten dazugehört.

KI-generierte Illustration

Von Marc Timmerherm · Lesezeit ca. 8 Minuten

Im letzten Beitrag haben wir über Migräne und die Fettsäureversorgung gesprochen. Heute möchte ich bei uns Menschen bleiben – und gleichzeitig wieder zu unseren Pferden zurückkommen. Denn manchmal lässt sich beides kaum trennen. Zum Beispiel dann, wenn beim Aufsteigen die Hüfte zieht, nach dem Reiten das Knie schmerzt oder die Finger morgens erst einmal in Gang kommen müssen.

Vielleicht kennst Du das: Du möchtest locker sitzen, weich mitgehen und Deinem Pferd verständliche Hilfen geben. Gleichzeitig versuchst Du, eine unangenehme Bewegung zu vermeiden. Du merkst vielleicht gar nicht, dass Du ein Bein anders anlegst oder eine Hand fester hältst. Dein Pferd bekommt diese Veränderung trotzdem mit.

Für mich ist das ein guter Anlass, die Frage einmal umzudrehen. Wir überlegen oft, was unser Pferd braucht, damit es sich besser bewegen kann. Aber welche Voraussetzungen bringen wir selbst mit? Genau darum geht es heute: um Gelenkschmerzen, Arthrose, Entzündungsprozesse – und um die Frage, wo Ernährung und ein Blick auf die eigenen Fettsäurewerte sinnvoll ergänzen können.

Dein Sitz spricht, auch wenn Du nichts sagen möchtest

Beim Reiten sind Becken, Beine, Oberkörper und Hände Teil unserer Verständigung. Wenn eine Hüfte weniger Beweglichkeit zulässt, kann das Mitschwingen schwerer fallen. Wer ein Knie schont, verteilt seine Belastung möglicherweise anders. Angespannte Schultern können sich bis in die Zügelführung bemerkbar machen. Das sind mögliche Zusammenhänge, keine Diagnose aus einem schiefen Sitz.

Erklärgrafik zum Zusammenhang von Hüftbeweglichkeit, Anspannung, Aufmerksamkeit und Reitersitz
Schmerz kann Bewegung und Aufmerksamkeit beeinflussen. Das Zusammenspiel bleibt individuell.
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Dass Asymmetrie beim Reiter die Bewegung des Pferdes beeinflussen kann, wurde auch experimentell untersucht. In einer kleinen Studie mit zehn nicht lahmen Pferden veränderte ein einseitig verkürzter Steigbügel bestimmte Bewegungsmaße des Pferdes. Das war eine künstlich erzeugte Asymmetrie, keine Untersuchung von Menschen mit Arthrose. Die Studie zeigt aber: Was oben im Sattel passiert, kann unten biomechanisch ankommen. 1

Daraus würde ich niemandem einen Vorwurf machen. Ein schmerzender Mensch ist kein schlechter Pferdemensch. Ich finde nur, dass wir den eigenen Körper genauso ernst nehmen dürfen wie Sattelpassform, Hufe oder Trainingsaufbau. Manchmal ist der nächste gute Schritt eine Sitzanalyse oder physiotherapeutische Begleitung – und manchmal zunächst die Abklärung des eigenen Gelenks.

Wenn Schmerz Aufmerksamkeit bindet

Es geht nicht nur um die Bewegung. Wer ständig ein Ziehen ausblendet, schläft vielleicht schlechter oder braucht mehr Kraft für Dinge, die früher selbstverständlich waren. Eine systematische Übersicht beschreibt Zusammenhänge zwischen chronischen Schmerzen und Schwierigkeiten unter anderem bei Aufmerksamkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Das betrifft nicht jeden Menschen gleich. 2

Für den Stallalltag nehme ich daraus eine praktische Überlegung mit: Wenn ein Teil meiner Aufmerksamkeit bei meinem Knie bleibt, fällt mir eine kleine Veränderung im Ausdruck meines Pferdes vielleicht später auf. Oder ich reagiere schneller mit Ungeduld, obwohl ich eigentlich genauer hinschauen wollte. Das ist eine mögliche Alltagssituation, kein wissenschaftlicher Nachweis, dass Menschen mit Gelenkschmerzen Pferde schlechter verstehen.

Und auch beim Pferd gilt: Ohren anlegen, Schweifschlagen oder Schwierigkeiten unter dem Sattel haben unterschiedliche mögliche Gründe. Eigene Beschwerden erklären nicht automatisch das Verhalten des Pferdes. Auffälligkeiten gehören in den Zusammenhang von Gesundheit, Ausrüstung, Training und Situation. Beide Seiten verdienen Aufmerksamkeit.

Arthrose ist mehr als ein abgenutztes Gelenk

Das Wort „Verschleiß“ klingt, als wäre ein Gelenk irgendwann einfach aufgebraucht. Bei Arthrose verändert sich jedoch das ganze Gelenk: Knorpel, Knochen, Gelenkinnenhaut und umliegende Strukturen können beteiligt sein. Auch Entzündungsprozesse spielen eine Rolle. Belastung, frühere Verletzungen, Stoffwechsel und die stabilisierende Muskulatur gehören zum Gesamtbild. 3

Schematische Darstellung eines Kniegelenks mit Knorpel, Gelenkinnenhaut und unterstützender Muskulatur
Arthrose betrifft mehrere Strukturen. Eine vereinfachte Zeichnung zeigt keinen individuellen Befund.
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Mit „stillen Entzündungen“ sind meist länger anhaltende, niedriggradige Entzündungsprozesse gemeint. Sie sind nicht dasselbe wie eine akute, deutlich geschwollene Gelenkentzündung. In der Forschung werden unter anderem Zusammenhänge mit Bewegungsmangel, Stoffwechselbelastungen und überschüssigem Fettgewebe untersucht. Der Begriff allein erklärt aber weder ein schmerzendes Knie noch Müdigkeit. 4

Arthrose, eine entzündlich-rheumatische Erkrankung und Beschwerden nach Überlastung sind unterschiedliche Dinge. Deshalb lohnt eine klare Einordnung, bevor man nach einer Ergänzung sucht. Besonders ein plötzlich heißes, stark geschwollenes Gelenk, Fieber oder eine neue erhebliche Bewegungseinschränkung sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Was Du Deinem Körper im Alltag anbieten kannst

Bei Arthrose gehört passend dosierte Bewegung zu den wichtigsten Bausteinen. Die Leitlinie empfiehlt individuell abgestimmtes Training, etwa zur Muskelkräftigung und allgemeinen Ausdauer. Bei Übergewicht kann eine unterstützte Gewichtsabnahme die Beschwerden verbessern. Das Ziel ist ein Alltag, in dem Belastung und Erholung wieder besser zusammenpassen. 5

Für uns Pferdemenschen kann das sehr konkret werden: eine Aufstiegshilfe benutzen, Tragestrecken im Stall klüger organisieren, vor dem Reiten behutsam mobilisieren und Übungen mit einer Fachperson an die eigenen Möglichkeiten anpassen. Der eigene Trainingszustand verdient dabei genauso einen Plan wie der des Pferdes. Über Schmerzen hinwegzureiten ist keine Voraussetzung dafür, gut für sein Pferd zu sorgen.

Auch die Ernährung gehört in dieses Gespräch. Regelmäßige, abwechslungsreiche Mahlzeiten, ausreichend Eiweiß und eine passende Energiezufuhr sind ein sinnvoller Ausgangspunkt. Bei den Fetten lohnt sich ein genauerer Blick: Welche Quellen nutze ich, und wie sieht meine Versorgung mit EPA und DHA tatsächlich aus?

Omega-3 bei Arthrose: interessant, aber kein Knorpelversprechen

EPA und DHA sind Bestandteile von Zellmembranen und Ausgangsstoffe für Botenstoffe, die an der Regulation von Entzündungen beteiligt sind. Das macht sie für die Forschung interessant. Ein plausibler Mechanismus beantwortet allerdings noch nicht, wie stark eine Ergänzung die Beschwerden eines bestimmten Menschen verändert. 6

Eine Auswertung von neun randomisierten Studien mit insgesamt 2.070 Menschen mit Arthrose fand 2023 im Durchschnitt kleine Vorteile bei Schmerzen und Gelenkfunktion durch Omega-3-Ergänzungen. Die Studien unterschieden sich jedoch in Präparaten und Ergebnissen. 7

Eine größere Einzelstudie aus dem Jahr 2024 zeigt, warum die Einordnung dazugehört: Bei 262 Menschen mit Kniearthrose und entzündlichen Veränderungen im Gelenk brachte das untersuchte omega-3-haltige Krillöl über 24 Wochen keine bessere Schmerzlinderung als Placebo. 8

Ich finde deshalb beides wichtig: Die Hinweise sind ein Anlass, die Ernährung bewusst anzuschauen. Sie rechtfertigen aber weder die Zusage, dass ein Öl Arthrose behandelt, noch die Vorstellung, Knorpel lasse sich damit wieder aufbauen. Für unsere Beratung steht die nachvollziehbare Fettsäureversorgung im Mittelpunkt.

Dabei ist Öl nicht gleich Öl. Leinöl und Walnüsse liefern vor allem ALA, die nur begrenzt in EPA und DHA umgewandelt wird. Ein geeignetes Mikroalgenöl kann beide direkt liefern und ermöglicht auch eine vegane Versorgung. Entscheidend sind die ausgewiesenen EPA- und DHA-Mengen, nachvollziehbare Qualität und die passende Anwendung – nicht allein die große Zahl auf der Vorderseite. 9

Was ein Fettsäuretest sichtbar macht

Vielleicht nimmst Du bereits eine Ergänzung und fragst Dich trotzdem, wo Du eigentlich stehst. Ein Fettsäureprofil kann diese Frage konkreter machen. Bei dem von uns begleiteten Trockenbluttest werden elf Fettsäuren analysiert. Wir betrachten unter anderem die EPA- und DHA-Anteile und das Verhältnis von Arachidonsäure zu EPA. 10

Erklärgrafik zum Fettsäureprofil mit Trockenblutkarte, EPA, DHA und Verlaufskontrolle
Der Test beschreibt Fettsäuren im Blut. Er misst weder Knorpelschäden noch die Stärke einer Entzündung.
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Damit messen wir Deine Fettsäureversorgung. Der Test diagnostiziert keine Arthrose und weist auch keine „stille Entzündung“ nach. Ein ungünstiges Verhältnis ist nicht automatisch die Ursache Deiner Schmerzen.

Die kleine Blutprobe wird zu Hause auf eine Probenkarte gegeben und von einem unabhängigen, GMP-zertifizierten Labor analysiert. Wir erklären Dir den Ablauf und besprechen anschließend den Bericht. Ein Kontrolltest mit demselben Verfahren nach ungefähr 120 Tagen kann zeigen, wie sich die Fettsäurewerte nach einer Ernährungsanpassung entwickelt haben. Veränderungen Deiner Beschwerden betrachten wir zusätzlich und getrennt davon. 10

Warum mich das Thema auch persönlich bewegt

Ich habe selbst Arthrose in beiden Schultern. Ende 2025 konnte ich nicht einmal mehr eine Schublade aufziehen, ohne starke Schmerzen zu haben. Die Arme weit über den Kopf zu strecken war kaum möglich. Teilweise waren die Schmerzen so heftig, dass ich aufgeschrien habe.

Auch ich habe einen Fettsäuretest gemacht. Mein Bericht zeigte ein sehr ungünstiges Verhältnis der ausgewiesenen Omega-6- und Omega-3-Werte; auch bei EPA und DHA war meine Versorgung nicht ausgewogen. Seit etwa drei bis vier Monaten nehme ich ein Omega-3-Produkt. Heute würde ich meine Veränderung so beschreiben: Meine Arthroseschmerzen sind gefühlt zu 99 Prozent verschwunden. Manchmal zieht es noch, aber ich kann meine Arme wieder vollständig bewegen. Ich bekomme sogar meinen etwa 15 Kilogramm schweren Sattelwagen über den Kopf auf meinen Bundeswehrschrank gehoben, ohne dabei Schmerzen zu spüren.

Das ist meine persönliche Erfahrung und meine eigene Einschätzung, kein gemessener Behandlungserfolg. Daraus lässt sich nicht sicher ableiten, welchen Anteil das Omega-3-Produkt an der Veränderung hatte. Es bedeutet auch nicht, dass meine Arthrose verschwunden ist oder dass andere denselben Verlauf erleben werden. Aber dass es mir heute so viel besser geht, möchte ich erzählen. Genau deshalb liegt mir der Blick auf die eigene Versorgung so am Herzen.

Ein nächster Schritt, der zu Dir passt

Sandra und ich schauen mit Dir auf Deine Ernährung, Deine bisherigen Ergänzungen und Deine Ausgangswerte. Ziel ist, eine sinnvolle Versorgung zu unterstützen und unnötige Ergänzungen zu vermeiden. Medikamente und bestehende Behandlungen gehören in die Einordnung; bei Blutverdünnern stimmen wir die Einnahme mit der ärztlichen Betreuung ab.

Zwei Erwachsene besprechen einen beispielhaften Laborbericht am Holztisch
Persönliche Begleitung verbindet Messwerte mit der Frage, was in Deinem Alltag umsetzbar ist.
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Für besondere Fragen können wir nach Absprache Fachpersonen aus unserem Netzwerk hinzuziehen. Deine Ansprechpartner bleiben wir. Und wenn Dein Knie vor allem eine physiotherapeutische oder ärztliche Lösung braucht, gehört auch das zu einem vernünftigen Gesamtbild.

Mir gefällt der Gedanke, dass wir für unsere Pferde auch dadurch etwas tun, dass wir uns selbst Aufmerksamkeit schenken. Beweglicher werden, klarer wahrnehmen, entspannter im Sattel sitzen: Das sind persönliche Ziele, für die mehrere Bausteine zusammenkommen dürfen.

Dein Pferd muss nicht der einzige sein, dessen Versorgung Du genau kennenlernen möchtest.

Du möchtest wissen, wie Deine EPA- und DHA-Versorgung aussieht? Schreib uns über das Kontaktformular. Wir erklären Dir den Fettsäuretest und schauen gemeinsam, ob er für Deine Ernährungsfragen ein sinnvoller nächster Schritt ist. Du brauchst dafür keine Fachbegriffe – Deine Frage reicht für den Anfang.

Zu den Bildern: KI-generierte Illustrationen. Personen, Pferde und Testsituationen sind beispielhaft. Grafiken zeigen vereinfachte Zusammenhänge und keine echten Befunde.

◆ Wissenschaftlicher Hintergrund

Quellen und weiterführende Literatur

Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag informiert und ergänzt die ärztliche oder tierärztliche Betreuung. Er ersetzt keine individuelle Diagnose oder Behandlung.

Transparenz: Bei vermittelten Tests und Nahrungsergänzungen können wir eine Vergütung erhalten. Die Auswahl besprechen wir persönlich anhand Deiner Ausgangssituation.

  1. MacKechnie-Guire et al. (2020): The Effect That Induced Rider Asymmetry Has on Equine Locomotion and the Range of Motion of the Thoracolumbar Spine When Ridden in Rising Trot

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  2. Higgins et al. (2018): The Relationship Between Chronic Pain and Neurocognitive Function – A Systematic Review

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  3. IQWiG: Arthrose – Ursachen, Beschwerden und Behandlung

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  4. Furman et al. (2019): Chronic inflammation in the etiology of disease across the life span

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  5. NICE NG226: Osteoarthritis in over 16s – Empfehlungen zu Bewegung und Gewichtsmanagement

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  6. Calder (2017): Omega-3 fatty acids and inflammatory processes

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  7. Deng et al. (2023): Effect of omega-3 polyunsaturated fatty acids supplementation for patients with osteoarthritis – a meta-analysis

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  8. Laslett et al. (2024): Krill Oil for Knee Osteoarthritis – A Randomized Clinical Trial

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  9. NIH Office of Dietary Supplements: Omega-3 Fatty Acids

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  10. Test- und Laborinformationen: bereitgestellte deutsche Kundenpräsentation und Erläuterungen zum vollständigen Fettsäurebericht. Einzelheiten zu Ablauf, Messverfahren und Auswertung besprechen wir persönlich.

Persönlich weiterdenken

Wie sieht Deine Omega-3-Versorgung wirklich aus?

Du möchtest Deine EPA- und DHA-Werte kennenlernen oder hast Fragen zum Omega-3-Test? Schreib uns. Sandra und ich erklären Dir den Ablauf und begleiten Dich bei der verständlichen Besprechung Deiner Ergebnisse. Gemeinsam schauen wir, welche nächsten Schritte zu Deiner Ernährung und Deinem Alltag passen.

Bitte keine Notfälle oder sensiblen Befunde über das Formular senden.

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