Von Marc Timmerherm · Lesezeit ca. 8 Minuten
Wir haben hier unter Wissen & Impulse inzwischen viel über unsere Pferde gesprochen. Über Darmgesundheit, Entzündungen, die Fütterung und zuletzt über die Atmung. Heute möchte ich den Blick einmal auf uns Menschen richten. Denn bei der Timmerherm Ranch geht es um Mensch und Tier. Und manchmal habe ich den Eindruck: Bei unseren Tieren schauen wir genauer hin als bei uns selbst.
Beim Pferd fällt uns auf, wenn es anders läuft, schlechter frisst oder ungewöhnlich angespannt wirkt. Bei uns heißt es dagegen schnell: Der Kopf tut halt wieder weh. Noch einen Termin schaffen, den Alltag organisieren, irgendwie weitermachen. Wer regelmäßig Kopfschmerzen oder Migräne hat, weiß, wie viel Kraft das kosten kann.
Genau deshalb finde ich die Frage interessant, welche Rolle unsere Ernährung dabei spielen könnte. Besonders die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA tauchen inzwischen in mehreren Migränestudien auf. Für mich ist das ein guter Anlass, genauer hinzusehen: Was wurde untersucht? Was lässt sich daraus mitnehmen? Und wie sieht die eigene Fettsäureversorgung eigentlich aus?
Wenn Kopfschmerzen den Alltag bestimmen
Vielleicht kennst Du das: Der Tag ist geplant, dann beginnt dieses Pochen. Licht wird unangenehm, Geräusche stören, selbst kleine Bewegungen können anstrengend sein. Bei Migräne kommen häufig Übelkeit und eine ausgeprägte Licht- oder Geräuschempfindlichkeit dazu. Ein Anfall kann mehrere Stunden bis zu drei Tage dauern. Andere Kopfschmerzformen fühlen sich anders an und haben andere Zusammenhänge. Deshalb schauen wir in diesem Artikel ausdrücklich auf die Migräneforschung. 1
Mich interessiert daran auch die Zeit zwischen den Anfällen. Welche Bedingungen bekommt unser Körper im Alltag? Wie regelmäßig essen und schlafen wir? Welche Fette nehmen wir auf? Ernährung ist dabei ein möglicher ergänzender Ansatz. Die ärztliche Einordnung und Behandlung wiederkehrender Kopfschmerzen gehören selbstverständlich dazu.
Warum Omega-3 für Nervenzellen interessant ist
Fettsäuren liefern Energie und sind Bestandteile unserer Zellmembranen. Diese dünnen Hüllen sorgen dafür, dass Zellen abgegrenzt sind und zugleich mit ihrer Umgebung kommunizieren können. DHA kommt besonders reichlich im Gehirn vor. EPA und DHA sind außerdem Ausgangsstoffe für Botenstoffe, die an der Regulation von Entzündungsprozessen beteiligt sind. Genau solche Zusammenhänge machen sie für die Schmerzforschung interessant. 2, 3

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Omega-3 bei Migräne: Was zeigen die Studien?
Eine größere Untersuchung wurde 2021 im British Medical Journal veröffentlicht. 182 Erwachsene mit Migräne wurden für 16 Wochen drei Ernährungsgruppen zugeteilt. Eine Gruppe erhielt mehr EPA und DHA, eine zweite zusätzlich weniger Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure. Die Kontrollgruppe blieb bei einer für die USA üblichen Fettsäurezufuhr. 3
Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte die Gruppe mit mehr EPA und DHA rund zwei Kopfschmerztage weniger pro Monat. Bei gleichzeitig verringerter Linolsäurezufuhr waren es rund vier Tage weniger. Auch die täglichen Kopfschmerzstunden gingen zurück. Die Unterschiede bei der mit einem Fragebogen erfassten Alltagsbeeinträchtigung waren dagegen statistisch nicht eindeutig. Untersucht wurde eine gezielte Ernährungsumstellung. 3
Für jemanden, dessen Monat sich immer wieder nach dem Kopf richtet, ist die Frage nach möglichen zusätzlichen Ansatzpunkten alles andere als nebensächlich.
Auch neuere Untersuchungen machen neugierig. In einer zwölfwöchigen Studie mit 70 Menschen mit episodischer Migräne nahm die Zahl der Migränetage unter einem EPA-reichen Präparat stärker ab als unter Placebo. Eine weitere, kleinere Studie bei chronischer Migräne zeigte ebenfalls Vorteile bei Kopfschmerztagen, aber keinen statistisch eindeutigen Unterschied beim primären Fragebogen zur Beeinträchtigung. 4, 5
Ich nehme daraus mit: Es gibt ernstzunehmende Hinweise, die einen genaueren Blick auf die Fettsäureversorgung interessant machen. Wie groß ein möglicher Nutzen für den Einzelnen ist, bleibt offen. Die Studien unterscheiden sich in Ernährung, Präparaten und Teilnehmern; die Ergebnisse lassen sich nicht pauschal auf jedes Öl oder ein bestimmtes Beratungsangebot übertragen.
Für mich führt das zu einer sehr persönlichen Frage: Wenn EPA und DHA in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen könnten, wie sind sie dann bei mir selbst im Blut vertreten? Genau an dieser Stelle wird aus einem Forschungsthema etwas, das man konkret anschauen kann.
Omega-3 ist nicht gleich Omega-3: Worauf es beim Öl ankommt
Vielleicht denkst Du jetzt: Ich nehme doch schon ein gutes Öl. Genau da lohnt sich der zweite Blick. Leinöl und Walnüsse liefern vor allem ALA. Unser Körper kann daraus EPA und DHA bilden, allerdings nur begrenzt. Für die gezielte Versorgung mit diesen beiden Fettsäuren sind solche Lebensmittel deshalb nicht mit einer direkten EPA- und DHA-Quelle gleichzusetzen. Das macht Leinöl nicht schlecht – es beantwortet nur eine andere Ernährungsfrage. 2

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Auch bei Omega-3-Präparaten unterscheiden sich die Mengen deutlich. Die Angabe „1.000 mg Öl“ ist beispielsweise nicht dasselbe wie „1.000 mg EPA und DHA“. Ich würde deshalb auf die ausgewiesenen Mengen beider Fettsäuren pro Tagesportion schauen. Ebenso gehören nachvollziehbare Qualitätsangaben, Haltbarkeit und die richtige Lagerung nach dem Öffnen dazu. Ein großer Schriftzug auf der Flasche allein hilft bei dieser Entscheidung wenig. 2
Wer vegan lebt, kann EPA und DHA über ein geeignetes Mikroalgenöl aufnehmen. Manche Algenöle liefern hauptsächlich DHA, andere auch EPA – auch hier zählt die konkrete Zusammensetzung. Die Frage nach einer passenden Versorgung betrifft uns also unabhängig davon, wie wir uns ernähren. 2
Nicht jedes Öl passt damit zu jedem Ziel. Ob sich die eigenen EPA- und DHA-Werte durch eine Veränderung der Ernährung entwickeln, lässt sich mit einer Verlaufskontrolle anschauen. Ob Kopfschmerzen dadurch nachlassen, ist eine eigene Frage: Das lässt sich weder vom Etikett noch von einem einzelnen Blutwert ablesen.
Was zeigt ein Omega-3-Test im Blut?
Ein Fettsäureprofil macht sichtbar, welchen Anteil verschiedene Fettsäuren an der gemessenen Gesamtmenge haben. Bei dem von uns begleiteten Fettsäuretest werden elf Fettsäuren analysiert. Dazu gehören EPA und DHA, weitere Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie einfach ungesättigte und gesättigte Fette. Aus diesen Messwerten entstehen zusätzliche Kennzahlen. 6

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Mich interessieren besonders die einzelnen EPA- und DHA-Anteile. Die im Bericht als Omega-6:3-Balance bezeichnete Kennzahl beschreibt konkret das Verhältnis von Arachidonsäure, kurz AA, zu EPA. Der dort ausgewiesene Omega-3-Index fasst EPA und DHA zusammen. Wir betrachten die Werte mit den Zielbereichen und Erläuterungen des verwendeten Verfahrens. 6
So lässt sich eine Ernährungsfrage beantworten: Wie sieht mein Fettsäureprofil aus, und worüber lohnt es sich zu sprechen? Daraus lässt sich keine Migränediagnose ableiten. Auch Bezeichnungen wie „Mentale Stärke“ stehen im Bericht für berechnete Verhältnisse, nicht für einen Test Deiner psychischen Belastbarkeit. Mir ist wichtig, dass Du Deine Ergebnisse wirklich verstehst.
Vom Blutstropfen zum persönlichen Gespräch
Für den Trockenbluttest zu Hause wird mit der beiliegenden Lanzette eine kleine Blutprobe aus der Fingerspitze auf eine Probenkarte gegeben und zur Analyse verschickt. Ein unabhängiges, GMP-zertifiziertes Labor übernimmt die chemische Analyse. Laut den uns vorliegenden Laborinformationen hat es bereits mit der Weltgesundheitsorganisation WHO zusammengearbeitet; zu den aufgeführten wissenschaftlichen Partnern zählen unter anderem die Harvard University und die University of Cambridge. Diese Zusammenarbeit beschreibt die Erfahrung des Labors, keine Empfehlung unseres Angebots durch diese Einrichtungen. Die Ergebnisse rufst Du über Deine persönliche Test-ID ab. Wir erklären Dir den Ablauf und gehen anschließend gemeinsam durch den Bericht. 6
Im Gespräch interessiert mich, wie Deine Ernährung tatsächlich aussieht und was sich in Deinem Alltag umsetzen lässt. Welche Omega-3-Quellen nutzt Du bereits? Nimmst Du schon eine Ergänzung? Welche Fragen hast Du zu Deinen Werten? Daraus kann ein überschaubarer nächster Schritt entstehen. Ein späterer Kontrolltest mit demselben Verfahren zeigt, wie sich das Profil entwickelt hat. Wir besprechen dafür eine Kontrolle nach ungefähr 120 Tagen. 6
Welches Omega-3-Öl passt zu Deiner Ernährung?
Wir arbeiten mit einem erfahrenen Unternehmen zusammen, das sich seit mehr als 15 Jahren mit diesen Themen beschäftigt. Dazu kommt ein fachübergreifendes Netzwerk mit Ärztinnen und Ärzten, Tierärztinnen und Tierärzten sowie Fachleuten aus Osteopathie und Physiotherapie. Bei speziellen Fragen können wir passende Fachpersonen nach Absprache hinzuziehen. Für Dich bleiben Sandra und ich die persönlichen Ansprechpartner: Wir begleiten Dich vom ersten Gespräch über den Test bis zur Einordnung Deiner Ergebnisse.
Welche Ergänzung und welche Menge zu Dir passen, schauen wir uns anhand Deiner Ausgangssituation, Deiner Ernährung und Deines Fettsäureprofils an. Ziel ist, eine sinnvolle Versorgung zu unterstützen und unnötige Ergänzungen zu vermeiden. Der Bluttest gibt uns dafür Hinweise zur Fettsäureversorgung; den gesamten Nährstoffbedarf Deines Körpers bestimmt er nicht. Bestehende Medikamente beziehen wir ein; bei Blutverdünnern gehört die ärztliche Rücksprache dazu. Mit einer späteren Kontrolle können wir nachvollziehen, wie sich Deine Werte verändern. Daraus ergibt sich kein Heilversprechen und kein Nachweis einer Wirkung gegen Migräne.

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Vielleicht ist jetzt ein guter Moment, auf Dich selbst zu schauen
Wir investieren oft erstaunlich viel Aufmerksamkeit in unsere Tiere. Wir beobachten, vergleichen und wollen verstehen, was ihnen guttut. Ich finde, diesen Blick dürfen wir uns selbst genauso zugestehen.
Wenn Dich das Thema Migräne und Omega-3 neugierig gemacht hat, kannst Du bei einer konkreten Frage anfangen: Wie sieht meine eigene EPA- und DHA-Versorgung aus? Ein Fettsäuretest gibt uns dafür Messwerte. Im persönlichen Gespräch ordnen wir sie ein und schauen, welche Möglichkeiten zu Dir passen.
Messen statt Raten. Für unsere Tiere ist uns das wichtig. Für uns Menschen darf es genauso selbstverständlich sein.
Du möchtest Deine Werte kennenlernen? Schreib mir einfach „Ich möchte meine Omega-3-Werte testen lassen“. Sandra und ich erklären Dir, wie der Test abläuft und wie wir Dich bei der Auswertung begleiten. Du musst dafür weder Fachbegriffe kennen noch schon wissen, welches Produkt infrage kommt. Die Frage nach Deiner eigenen Versorgung reicht für den ersten Kontakt völlig aus.

