Von Marc Timmerherm · Lesezeit ca. 8 Minuten
In den letzten Beiträgen ging es hier viel um unsere Pferde. Um Fütterung, Darmgesundheit und darum, Veränderungen rechtzeitig wahrzunehmen. Heute möchte ich den Blick einmal etwas tiefer richten. Auf den Vierbeiner, der bei vielen von uns ganz selbstverständlich mit zum Stall kommt.
Den Hund.
Er wartet neben der Sattelkammer, begleitet uns zum Paddock und gehört irgendwie immer dazu. Bei Sandra und mir gehören neben Spirit und Valea auch Benny und Nala zur Familie. Deshalb hat Hundegesundheit für mich auf dieser Seite genauso ihren Platz.
Und vielleicht kennst Du diese Situation: Früher war Dein Hund sofort dabei. Jetzt bleibt er einen Moment länger liegen. Der Sprung ins Auto fällt aus. Auf dem Weg zum Stall läuft er hinter Dir statt neben Dir. Man denkt schnell: Er wird eben älter. Aber was, wenn es ihm gerade einfach wehtut?
Kleine Veränderungen verdienen einen zweiten Blick
Ein Hund muss nicht laut aufjaulen, damit Schmerzen seinen Alltag verändern. Manchmal fällt eher auf, was er nicht mehr macht. Er spielt kürzer, steht zögerlicher auf oder sucht sich andere Liegeplätze. Solche Beobachtungen sind wertvoll, auch wenn sie allein noch keine Diagnose ergeben. Die tierärztliche Schmerzbeurteilung bezieht deshalb neben der Untersuchung ausdrücklich die Erfahrungen der Menschen ein, die den Hund täglich erleben. 1
Für den Stallalltag würde ich mir drei Dinge anschauen: Wie kommt Dein Hund nach einer Ruhepause auf die Beine? Wie läuft er bei einer vertrauten Runde mit? Und wie bewältigt er das Einsteigen ins Auto? Ein kurzes Video aus einer normalen Alltagssituation kann beim Gespräch mit der Tierarztpraxis hilfreicher sein als „Irgendwie ist er anders“. 1

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Vielleicht ist Arthrose bereits festgestellt worden. Vielleicht muss erst geklärt werden, woher die Veränderung kommt. Beides ist ein guter Anlass, genauer hinzusehen. Bei plötzlicher starker Lahmheit oder deutlichen Schmerzen braucht Dein Hund zeitnah tierärztliche Hilfe.
Älterwerden gehört zum Leben. Veränderungen einfach hinzunehmen, ohne genauer hinzuschauen, muss deshalb noch lange nicht dazugehören.
Der Stalltag kann schön sein – und trotzdem anstrengend
Für uns ist es ein normaler Nachmittag: Pferd holen, putzen, reiten, zurückbringen. Unser Hund läuft zwischendurch mit, wartet, steht wieder auf und legt sich woanders hin. Wenn Bewegung Beschwerden macht, verdient auch dieser scheinbar beiläufige Teil des Tages Aufmerksamkeit.
Eine gut erreichbare, geschützte Liegestelle und sicherer Untergrund können den Alltag erleichtern. Eine geeignete Rampe kann den Sprung ins Auto ersetzen. Bei Arthrose gehören außerdem ein passendes Körpergewicht, angepasste Bewegung und die Behandlung der Schmerzen zusammen. Tierärztliche Leitlinien betrachten diese Maßnahmen als Teile einer gemeinsamen Begleitung. 2
Das bedeutet nicht, den Hund aus allem herauszunehmen. Es bedeutet, seine Möglichkeiten ernst zu nehmen. Welche Wege tun ihm gut? Wann braucht er eine Pause? Welche Belastung passt zu seinem Befund? Diese Fragen lassen sich gemeinsam mit der behandelnden Praxis und gegebenenfalls der Tierphysiotherapie klären.
Und dann lohnt sich auch der Blick in den Napf.
Omega-3 bei Arthrose: Hier lohnt sich der Blick in die Forschung
Über Ergänzungen für Gelenke wird viel gesprochen. Bei Omega-3 gibt es tatsächlich Untersuchungen an Hunden mit Arthrose. Das finde ich wichtig: Wir müssen für diesen Zusammenhang nicht einfach Erfahrungen aus der Pferde- oder Menschengesundheit übertragen.
Eine systematische Übersicht von 2022 wertete Studien zu verschiedenen Ergänzungen und angereicherten Futtermitteln aus. Für Omega-3-haltige Diäten und Ergänzungen fanden die Autoren Hinweise auf eine schmerzlindernde Wirkung bei Arthrose. Die einzelnen Untersuchungen unterschieden sich allerdings in Qualität, Zusammensetzung und Durchführung. Das Ergebnis ist eine Grundlage, sich mit Omega-3 zu beschäftigen – keine Erfolgsgarantie für jede Flasche und jeden Hund. 3
In einer randomisierten Studie mit 131 Hunden wurde eine Omega-3-angereicherte Fütterung zusätzlich zur bestehenden Schmerzbehandlung untersucht. In der entsprechenden Gruppe konnte die Dosierung des Schmerzmittels im Verlauf stärker gesenkt werden als in der Vergleichsgruppe. Diese Anpassung nahmen die behandelnden Tierärzte vor. Untersucht wurde eine bestimmte Fütterung, nicht unser Öl; an der Studie war ein Futtermittelhersteller beteiligt. 4
Für mich ist die praktische Frage deshalb: Kann eine gezielt zusammengestellte Omega-3-Versorgung die Begleitung dieses Hundes sinnvoll ergänzen? Darüber lohnt sich ein Gespräch. Medikamente werden dabei nicht auf eigene Faust reduziert oder abgesetzt.
Warum „ein bisschen Öl“ noch keine passende Versorgung ist
Bei Omega-3 begegnen Dir unterschiedliche Fettsäuren. Für die Begleitung von Hunden mit Arthrose stehen insbesondere EPA und DHA im Blick. Entscheidend ist, welche Mengen die gesamte tägliche Fütterung davon liefert. Genau diese beiden Fettsäuren werden auch in den internationalen COAST-Empfehlungen zur Arthrosebehandlung beim Hund berücksichtigt. 5
Ein Teelöffel sagt zunächst etwas über die Ölmenge aus. Wie viel EPA und DHA darin stecken, verrät erst die Zusammensetzung. Und wenn das bisherige Futter bereits damit angereichert ist, gehört dieser Anteil ebenfalls in die Rechnung.

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Bei der Auswahl schauen wir deshalb nicht nur auf ein schönes Etikett. Wir schauen auf den Gehalt pro Portion, die vollständige Rezeptur und auf das, was Dein Hund schon bekommt. Auch weitere zugesetzte Nährstoffe und die zusätzliche Energie müssen zur gesamten Versorgung passen. Eine Dosierungsangabe für Menschen lässt sich nicht einfach auf einen Hund übertragen.
Wer eine pflanzliche Möglichkeit sucht, kann eine geeignete EPA- und DHA-Quelle aus Mikroalgen prüfen lassen. Wichtig bleibt auch hier die konkrete Zusammensetzung. „Pflanzlich“ allein sagt noch nichts über die passende Menge oder einen nachgewiesenen Nutzen bei Arthrose aus. 6
Die entscheidende Frage ist: Was bekommt Dein Hund bereits – und welche Ergänzung passt wirklich dazu?
Was uns die Rückmeldungen aus der Praxis bedeuten
Wir bekommen immer wieder positive Rückmeldungen von Menschen, die ihren Hund bei Arthrose mit dem von uns begleiteten Öl unterstützen. Diese Erfahrungen sind für uns ein wichtiger Grund, uns mit der Versorgung und der individuellen Anwendung intensiv zu beschäftigen.
Ich finde, solche Berichte dürfen ihren Platz haben. Hinter jeder Rückmeldung steht ein Mensch, dem sein Tier wichtig ist. Gleichzeitig sind Kundenberichte keine kontrollierte Studie zu unserem Produkt. Wenn sich etwas verändert, können auch Bewegung, Gewicht, Medikamente und andere Maßnahmen beteiligt sein. Deshalb erzählen wir von Erfahrungen, ohne daraus ein Versprechen für Deinen Hund zu machen.
Für uns folgt daraus vor allem eines: Wir möchten Dich bei der Auswahl und Anwendung begleiten. Welche Rezeptur kommt infrage? Welche Menge passt zur bisherigen Fütterung und zur gesundheitlichen Situation? Was sollte mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden? Genau diese Fragen gehören für mich zu einer vernünftigen Beratung dazu.
Testen, dosieren und den Verlauf im Blick behalten
Vielleicht möchtest Du auch wissen, wie die Fettsäureversorgung Deines Hundes aussieht. Dann können wir gemeinsam klären, ob ein geeigneter Bluttest für diese konkrete Frage sinnvoll ist und wie das Ergebnis fachlich eingeordnet werden kann. Über Möglichkeiten, Ablauf und eine darauf abgestimmte Begleitung kannst Du Dich bei uns informieren.
Ein Fettsäureprofil beschreibt die gemessenen Fettsäuren. Es stellt keine Arthrosediagnose und zeigt nicht, wie stark ein Hund Schmerzen hat. Dafür bleiben Untersuchung und Alltagserleben entscheidend. Auch menschliche Zielwerte sind kein Maßstab, den man ungeprüft auf Hunde übertragen sollte.
Ich möchte deshalb beides zusammenbringen: eine nachvollziehbare Versorgung und einen ehrlichen Blick auf den Verlauf. Notiere Dir beispielsweise, wie leicht Dein Hund aufsteht, wie er eine vertraute Runde bewältigt und ob er sich gern bewegt. Halte auch fest, wann Futter, Ergänzungen oder die Behandlung verändert wurden. So lässt sich beim nächsten Gespräch konkreter besprechen, was tatsächlich anders geworden ist. 1

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Dein Hund gehört dazu. Seine Gesundheit auch.
Wir machen uns viele Gedanken über die Versorgung unserer Pferde. Ich finde, der Hund neben der Sattelkammer verdient denselben aufmerksamen Blick. Er soll sich in seinem Alltag wohlfühlen können – beim Spaziergang genauso wie an unserer Seite im Stall.
Wenn Du die Omega-3-Versorgung Deines Hundes genauer anschauen möchtest, schreib Sandra und mir. Erzähl uns, was Dir auffällt, was bereits untersucht wurde und welches Futter und welche Ergänzungen Dein Hund bekommt. Dann klären wir gemeinsam, welche Unterstützung, welche individuelle Dosierung und gegebenenfalls welche Analyse zu Euch passen.
Du musst das nicht allein aus widersprüchlichen Tipps und verschiedenen Flaschen zusammensetzen. Genau dafür sind wir ansprechbar.

